Richard Strauss, Samuel Barber
2. Philharmonisches Konzert
Solist: Wolfgang Emanuel Schmidt (Violoncello) | Dirigent: Christof Prick
Sonntag | 23. Oktober 2011 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 24. Oktober 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Richard Strauss (1864-1949):
Reisefieber und Walzerszene, Träumerei am Kamin
(Zwei sinfonische Zwischenspiele aus INTERMEZZO)
Samuel Barber (1910-1981): Violoncellokonzert
Richard Strauss (1864-1949): Don Quixote
Solist: Wolfgang Emanuel Schmidt (Violoncello)
Dirigent: Christof Prick
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Launige Spezialitäten servieren die Kieler Philharmoniker im Oktober. So erweisen sich die ersten zwei Stücke als Intermezzi eines Intermezzo: nämlich als die ersten beiden der sinfonischen Zwischenspiele aus Richard Strauss′ „Bürgerlicher Komödie“ Intermezzo. In scheinbar vertrautem Walzerschwelgen, das jedoch erst durch die strausstypischen spätromantischen Verrückungen seine ganz spezielle Note gewinnt, zeichnen diese Zwischenspiele fast das komplette „Eifersuchtsdrama“ der Christine Storch – Kapellmeistersgattin und kapriziöse Nervensäge – in sinfonisch verdichteter Form nach. Das erste bereitet den Boden der folgenden Eheverwirrungen: Die elektrisierende Aufbruchshektik der Eröffnungsszene gleitet nahtlos in eine lautmalerische Rodelfahrt, die ihrerseits in ein außereheliches Walzer-Abenteuer schlittert, während das zweite der Zwischenspiele beweist, dass man zumindest in träumerischen Gedanken die Vorzüge eines Ehemannes durchaus mit denen eines Verehrers verbinden kann.
Der amerikanische Komponist Samuel Barber versuchte stets, die breite tonale und formale Palette des späten 19. Jahrhunderts mit einem ausgesprochenen Lyrismus zu verbinden, weshalb „gefühlvoll“ eines der treffendsten Schlagworte für Barbers Musik sein dürfte. Sein Cellokonzert gilt indessen als eines der schwierigsten seiner Gattung, wobei neben virtuosen und dramatischen Effekten auch hier der emotionale Faktor von hoher Bedeutung ist. Zudem versteht Barber es, dem musikhistorischen Erbe zu einer ganz neuen, dabei aber keineswegs verstörenden Frische zu verhelfen.
Der Solist dieses Konzerts – Wolfgang Emanuel Schmidt – wird auch im darauf folgenden Werk anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, denn das Solo-Cello verkörpert den Helden in Richard Strauss′ Sinfonischer Dichtung DON QUIXOTE.
Miguel de Cervantes′ Roman bot alles, was das Herz des Komponisten begehrte: prägnant gezeichnete Charaktere, eine bestechende stilistische Vielfalt sowie eine spannungsreiche Handlung. Diese reicht bei Strauss von Don Quixotes verhängnisvoller Ritterromanlektüre über die Abenteuer mit den Windmühlen und der verzauberten Dulcinea bis zum Tod des „Ritters von der traurigen Gestalt“, der hier weniger als komische Figur denn als Märtyrer seiner eigenen Traumbilder dargestellt wird. Zu den zahllosen musikalischen Überraschungen, welche den inhaltlichen sekundieren wie Sancho Pansa seinem phantasiebegabten Herrn, gehören neben der äußeren Form – einer Überlagerung aus Variationszyklus und konzertanter Sinfonie – Blechbläser, die auf raffinierte Weise als furchteinflößende Schafsarmee herbeitremolieren oder eine Windmaschine, die Don Quixote sogar einen Ritt durch die Luft ermöglicht.
Montag | 24. Oktober 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Richard Strauss (1864-1949):
Reisefieber und Walzerszene, Träumerei am Kamin
(Zwei sinfonische Zwischenspiele aus INTERMEZZO)
Samuel Barber (1910-1981): Violoncellokonzert
Richard Strauss (1864-1949): Don Quixote
Solist: Wolfgang Emanuel Schmidt (Violoncello)
Dirigent: Christof Prick
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Launige Spezialitäten servieren die Kieler Philharmoniker im Oktober. So erweisen sich die ersten zwei Stücke als Intermezzi eines Intermezzo: nämlich als die ersten beiden der sinfonischen Zwischenspiele aus Richard Strauss′ „Bürgerlicher Komödie“ Intermezzo. In scheinbar vertrautem Walzerschwelgen, das jedoch erst durch die strausstypischen spätromantischen Verrückungen seine ganz spezielle Note gewinnt, zeichnen diese Zwischenspiele fast das komplette „Eifersuchtsdrama“ der Christine Storch – Kapellmeistersgattin und kapriziöse Nervensäge – in sinfonisch verdichteter Form nach. Das erste bereitet den Boden der folgenden Eheverwirrungen: Die elektrisierende Aufbruchshektik der Eröffnungsszene gleitet nahtlos in eine lautmalerische Rodelfahrt, die ihrerseits in ein außereheliches Walzer-Abenteuer schlittert, während das zweite der Zwischenspiele beweist, dass man zumindest in träumerischen Gedanken die Vorzüge eines Ehemannes durchaus mit denen eines Verehrers verbinden kann.
Der amerikanische Komponist Samuel Barber versuchte stets, die breite tonale und formale Palette des späten 19. Jahrhunderts mit einem ausgesprochenen Lyrismus zu verbinden, weshalb „gefühlvoll“ eines der treffendsten Schlagworte für Barbers Musik sein dürfte. Sein Cellokonzert gilt indessen als eines der schwierigsten seiner Gattung, wobei neben virtuosen und dramatischen Effekten auch hier der emotionale Faktor von hoher Bedeutung ist. Zudem versteht Barber es, dem musikhistorischen Erbe zu einer ganz neuen, dabei aber keineswegs verstörenden Frische zu verhelfen.
Der Solist dieses Konzerts – Wolfgang Emanuel Schmidt – wird auch im darauf folgenden Werk anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, denn das Solo-Cello verkörpert den Helden in Richard Strauss′ Sinfonischer Dichtung DON QUIXOTE.
Miguel de Cervantes′ Roman bot alles, was das Herz des Komponisten begehrte: prägnant gezeichnete Charaktere, eine bestechende stilistische Vielfalt sowie eine spannungsreiche Handlung. Diese reicht bei Strauss von Don Quixotes verhängnisvoller Ritterromanlektüre über die Abenteuer mit den Windmühlen und der verzauberten Dulcinea bis zum Tod des „Ritters von der traurigen Gestalt“, der hier weniger als komische Figur denn als Märtyrer seiner eigenen Traumbilder dargestellt wird. Zu den zahllosen musikalischen Überraschungen, welche den inhaltlichen sekundieren wie Sancho Pansa seinem phantasiebegabten Herrn, gehören neben der äußeren Form – einer Überlagerung aus Variationszyklus und konzertanter Sinfonie – Blechbläser, die auf raffinierte Weise als furchteinflößende Schafsarmee herbeitremolieren oder eine Windmaschine, die Don Quixote sogar einen Ritt durch die Luft ermöglicht.
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