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Jean Sibelius, Peter Tschaikowski, Edward Elgar

8. Philharmonisches Konzert

Solist: Tzimon Barto (Klavier) | Dirigent: Georg Fritzsch
Sonntag | 15. Mai 2011 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 16. Mai 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss


Jean Sibelius (1865-1957): En Saga, op. 9
Peter Tschaikowski (1840-1893): 1. Klavierkonzert b-Moll, op. 23
Edward Elgar (1857-1934): Enigma – Variationen über ein Originalthema, op. 36

Solist: Tzimon Barto (Klavier) |
Dirigent: Georg Fritzsch

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Jean Sibelius gilt bis heute als der Repräsentant finnischer Musik schlechthin. Deshalb mag es zunächst verwundern, dass sein Frühwerk EN SAGA einen schwedischen Titel trägt, doch erklärt sich diese Tatsache wohl durch die jahrhundertelange Dominanz der schwedischen Kultur in Finnland. Der epische Charakter der Komposition deutet auf die Vertonung eines nordischen Rittergedichts hin, genauere Hinweise fehlen allerdings. Auf alle Fälle erweist sie sich als effektvolle musikalische „Erzählung“ aus feingewebten, bisweilen impressionistisch anmutenden Abschnitten und dramatischen Passagen voll strahlendem Blechbläserglanz, die gegen Ende den zarten, dabei aber geheimnisvoll verdichteten Klangvorhang des Anfangs behutsam wieder schließt.
Weit bekannter ist seit vielen Jahren sogar der breitesten Bevölkerung Tschaikowskis 1. Klavierkonzert, denn dank ihm kam in einer Werbekampagne ein gewisser Joghurt in aller Munde. Geschickt nutzte der überdimensional auf die Fernsehbildschirme schwebende Joghurt die akkordgekrönte Grandiosität von Tschaikowskis Introduktionsmelodie, die ursprünglich einem ukrainischen Volkslied entstammt. Zwar verhalfen dem russischen Meisterwerk vor allem sein leidenschaftlicher Stil und die vielen effektvollen Steigerungen zu seiner großen Beliebtheit, doch bedient es natürlich noch viel mehr „Geschmacksrichtungen“. So zum Beispiel mit dem Walzer im 2. Satz, der auf das französische Chanson „Il faut s’amuser, danser et rire“ zurückgeht und, in einer gewissen Entrücktheit, tänzerischem Scherzo-Geist huldigt, während das springlebendige Hauptthema des Finales wiederum vom Melodienreichtum der russischen Folklore profitiert.
Das Rätsel von Edward Elgars Enigma-Variationen entstand durch eine Spielerei, denn auf die Frage seiner Frau, was er da am Klavier ausprobiere, antwortete der Komponist nur: „Nichts Bestimmtes, aber es könnte etwas daraus werden. Der Pianist Stewart-Powell würde dieses Thema so spielen...“ Von dieser Idee ausgehend erfand Elgar weitere 14 Variationen, in denen er verschiedene Freunde und Bekannte musikalisch „verrätselte“. Die Zuordnung der einzelnen Variationen, welche dem Werk durch raffinierte Verwandlungen und brillante Zuspitzungen eine ungewöhnlich große Bandbreite verleihen, war weit einfacher als das Geheimnis um ein zweites Thema, das laut Elgar angeblich „zwar ertönt, aber nicht gespielt wird“. Vielleicht ermöglicht ja gerade Ihnen ein Konzertbesuch die Lösung dieses zweiten, bis heute ungelösten Rätsels.
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